Am 31. August wird in den Vereinigten Staaten der „Tag des Studentenfutters“ begangen. Zu diesem Anlass wollen wir auch hier in Deutschland einmal auf die Ursprünge dieser besonderen Nuss-Frucht-Mischung blicken.
Vor rund vierhundert Jahren bestand der heute immer noch beliebte Mix vor allem wohl aus Mandeln und Rosinen. Irgendwann später gesellten sich weitere Trockenobst-Varianten und andere ungesalzene Nüsse zur Rezeptur, darunter Cashewkerne, Erd- und Haselnüsse, aber auch Para- und Walnüsse.
In Studierendenkreisen in Europa nahm man seit dem 17. Jahrhundert über längere Zeit hinweg an, dass insbesondere Mandeln gegen einen Kater effektive Linderung bewirken könnten. Eine andere These besagte, dass sich der Name durch eine angebliche konzentrationsfördernde Wirkung bei den Lernenden ergeben haben könnte.
Darüber hinaus wurde Studentenfutter im 18. Jahrhundert bei verschiedenen Erkrankungen offenbar auch medizinisch mitverabreicht. Doch dabei ging es vor allem wohl darum, geschwächte Patientinnen und Patienten wieder zu Kräften zu bringen – aus heutiger Sicht: mit einem energiereichen Snack.
Die Gebrüder Jacob und Wilhelm Grimm griffen das Thema sodann auch auf. In ihrem berühmten Deutschen Wörterbuch war seither zu lesen: „Studentenfutter (amygdala cum uvis passis mixta) (…), auch Studentenhaber, Studentenmarcipan, Pfaffenfutter; (…) Das Wort wird verschieden erklärt (…).“
Ein alter Stich zeigt die Gebrüder Grimm.
Heute weiß man, dass das sogenannte „Pfaffenfutter“ mit Gewürzen aufgepeppt wurde, u. a. auch mit kandidierten Saaten verschiedener Gewürze und mit Süßholz.
In der Veröffentlichung «Geist der Kochkunst» aus dem 19. Jahrhundert hieß es zudem: Die „Schleckerey deutscher Gymnasiasten und Burschen“ sei „nothgedrungen“. Denn es habe damals „kein Menschenfreund die Mühe auf sich genommen“, an den Universitäten eine „gründliche Verbesserung der Gast- und Kosthäuser zu veranlassen.“ Demnach könnte Studentenfutter also auch eine Antwort auf schlecht empfundene „Mensakost“ gewesen sein.
Sofern es tatsächlich Studierenden vorbehalten war, wird das Studentenfutter in seinen Ursprüngen schon deshalb der Oberschicht zugeordnet, weil nur gut betuchte Familien ihren Kindern ein Studium finanzieren konnten. Zudem waren alle Nüsse, Stein- und Hülsenfrüchte aus dem Ausland letztlich „exotische“ Produkte, für die man ohnehin einen hohen Preis zahlen musste.
Aktuelle gesellschaftliche Diskussionen beleuchten immer wieder die Frage, ob das Studentenfutter nicht „gegendert“ werden sollte und künftig „Student*innenfutter“ oder neutral „Studierendenfutter“ heißen müsste.
Wie dem auch sei: Lecker ist das Studentenfutter allemal!
Botanisch sind Nüsse die essbaren Samen und Kerne von Früchten, die von einer verholzten Schale umschlossen sind. Hasel-, Macadamia- und Walnüsse sind hierfür Beispiele. Mandeln und Pistazien sind hingegen den Steinfrüchten zuzuordnen. Die Erdnuss gehört botanisch zu den Hülsenfrüchten und ist also keine Nuss.
Allgemein gebräuchlich handelt es sich aber bei allen um Nüsse, die vor allem eins mitbringen: Sie sind lecker, ob ganz pur, geröstet und gesalzen oder in Kombination mit Trockenfrüchten.
Übrigens: Mit Nüssen könnt ihr prima bunte oder Blatt-Salate aufpeppen. Mehr dazu in diesem Beitrag.