Ein Eis in der Waffel gehört zum Sommer wie die Schokospitze zum letzten Bissen. Doch die Eistüte begann nicht spitz. Marchionys patentierter Eisbecher aus Waffelteig von 1903 war becherförmig und hatte einen kleinen Henkel mit Loch. Der 22. September erinnert an diese Patentanmeldung und wird heute als „Tag der Eistüte“ gefeiert. Erst später setzte sich das Hörnchen durch.
Um die Erfindung des spitzen Hörnchens ranken sich mindestens sieben verschiedene Geschichten. Rund um die Weltausstellung 1904 in St. Louis beanspruchten unter anderem ein syrischer Waffelbäcker, ein türkischer Unternehmer und zwei Brüder aus Ohio die Idee für sich. Mal soll einem Eisverkäufer das Geschirr ausgegangen sein, mal wurde die Waffel spontan zum Trichter gerollt. Wahrscheinlich verbreitete sich die Idee rasch von Stand zu Stand. Sicher ist, dass die Weltausstellung das Hörnchen einem großen Publikum bekannt machte.

Mit der Form entwickelte sich auch das Innenleben. Bei entsprechenden Produkten übernimmt eine dünne Schokoladenschicht eine praktische Aufgabe. Sie verringert den direkten Kontakt zwischen Eis und Waffel und hilft, die Waffel knusprig zu halten. Bei manchen Tüten sammelt sich die Schokolade in der Spitze. Aus einer technischen Lösung wird so ein besonders beliebter letzter Bissen.
„Vom Henkelbecher bis zur Schokospitze liegen mehr als 120 Jahre Erfindergeist. Charmant ist, dass die Schokolade bei manchen Sorten gleich zwei Rollen übernimmt. Sie hilft, die Waffel knusprig zu halten, und versüßt den letzten Bissen. Das ist Produktentwicklung zum Reinbeißen“, erklärt Dr. Mario Mundorf, Geschäftsführer der Fachsparte Markeneis im BDSI.
Der Henkel ist verschwunden, die Idee ist geblieben. Eis und Waffel gehören zusammen und bei manchen Hörnchen endet die Geschichte heute mit Schokolade.